Auslandspraktika

Auslandspraktika im europäischen Ausland bieten die Möglichkeit, das Erlernen beruflicher Praxis mit dem Erwerb fremdsprachlicher Kenntnisse zu kombinieren. Wir unterstützen in allen Bildungsgängen Schülerinnen und Schüler, die ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland im Rahmen unseres ERASMUS-PLUS-Bildungsprogramms MY AIM absolvieren möchten, bei der Finanzierung, Planung und Durchführung ihres Projektes. 

Für nähere Informationen wenden Sie sich an:

Jens Hoffmann
E-Mail: europa@bkvgs.de

Erfahrungsbericht einer Schülerin:

Mein Auslandspraktikum auf Malta

von Lea Dreßen (Auszubildende zur Industriekauffrau)

Während meines sechswöchigen Auslandsaufenthalts in Malta hatte ich die Möglichkeit, sowohl meine Englischkenntnisse zu verbessern als auch wertvolle berufliche Erfahrungen zu sammeln. Der Aufenthalt setzte sich aus einer einwöchigen Sprachschule und einem anschließenden fünfwöchigen Praktikum im Kundenservice eines Immobilienunternehmens zusammen. 

Die Vorbereitung auf den Aufenthalt war zunächst mit einigem organisatorischen Aufwand verbunden. Ich musste Genehmigungen einholen, Bewerbungsunterlagen erstellen und ein Interview mit der Partnerorganisation führen. Nach erfolgreicher Zusage wurde ich bei einem Immobilienunternehmen in Malta eingesetzt und organisierte zusätzlich meine Unterkunft sowie die An- und Abreise eigenständig. 

In meiner ersten Woche besuchte ich eine internationale Sprachschule, in der ich gemeinsam mit Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern lernte. Der Unterricht war praxisnah gestaltet und bestand aus Gruppenarbeiten, Diskussionen und Übungen, die mir halfen, meine Englischkenntnisse aktiv anzuwenden und zu verbessern. Besonders wertvoll war der Austausch über kulturelle Unterschiede, wodurch ich nicht nur sprachlich, sondern auch interkulturell dazulernen konnte. 

Während meines gesamten Aufenthalts wohnte ich in einer Wohngemeinschaft mit internationalen Mitbewohnerinnen. Dadurch war ich auch im Alltag ständig von der englischen Sprache umgeben, was meinen Lernprozess zusätzlich unterstützte. Gleichzeitig bot mir das Zusammenleben die Möglichkeit, schnell neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. 

Im Anschluss an die Sprachschule begann mein Praktikum im Kundenservice eines Immobilienunternehmens. Dort erhielt ich umfassende Einblicke in die Arbeitsabläufe und wurde aktiv in den Arbeitsalltag eingebunden. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Bearbeitung und Weiterleitung von Kundenanfragen, die Pflege von Kundendaten sowie die Kommunikation mit internationalen Interessenten. Zudem unterstützte ich bei organisatorischen Aufgaben und erstellte eigene Übersichten zur besseren Strukturierung von Kundendaten. 

Besonders prägend war für mich die Arbeit mit internationalen Kunden, da ich meine Englischkenntnisse täglich anwenden und verbessern konnte. Durch den regelmäßigen Kontakt per E-Mail gewann ich mehr Sicherheit in der schriftlichen Kommunikation. Gleichzeitig konnte ich meine organisatorischen Fähigkeiten sowie meine Teamarbeit weiterentwickeln. Das Arbeitsklima war sehr angenehm, und ich fühlte mich von Anfang an gut im Team aufgenommen. 

Neben der Arbeit nutzte ich meine Freizeit, um die Insel Malta zu erkunden. Ich besuchte unter anderem die historische Stadt Mdina sowie die Hauptstadt Valletta und verbrachte viel Zeit an den verschiedenen Stränden der Insel. Ein besonderes Highlight war ein Ausflug zur Insel Comino mit ihrer bekannten Blue Lagoon. Auch die Insel Gozo konnte ich kennenlernen, wo mich vor allem die Zitadelle beeindruckte. 

Insgesamt war mein Auslandsaufenthalt eine sehr bereichernde Erfahrung. Ich konnte nicht nur meine Sprachkenntnisse deutlich verbessern, sondern auch wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt im Ausland gewinnen. Darüber hinaus habe ich viele neue Menschen kennengelernt und unvergessliche Erlebnisse gesammelt. Rückblickend hat mich dieser Aufenthalt sowohl persönlich als auch beruflich weitergebracht und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. 

 

Mein Auslandspraktikum in Frankreich

von Zeynep Baher (Schülerin des Wirtschaftsgymnasiums)

Ich besuche die 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums. Vor den Osterferien gehört es zu unserer schulischen Ausbildung, ein Praktikum zu absolvieren. Ich habe mich dazu entschieden, dieses in Frankreich zu machen. Hier hatte ich die Möglichkeit, meine sprachlichen Kenntnisse zu erweitern und das mit beruflichen Erfahrungen zu verbinden. Nach intensiver eigenständiger Recherche im Internet ab September 2024 hatte ich schließlich den Praktikumsplatz gefunden. Weitere Details konnte ich dann in einem Online-Meeting mit meiner Ansprechpartnerin vor Ort klären.

Ich arbeitete in einem kinderkulturellen Zentrum, das sich um die Betreuung und Freizeitgestaltung von Kindern zwischen drei und zehn Jahren kümmert. Das Team besteht aus etwa 20 Mitarbeitern und mehreren internationalen Praktikanten aus Spanien und Frankreich. Besonders spannend war für mich die Mischung der Tätigkeiten: In der Regel arbeitete ich in der Woche im Verwaltungsbereich, um Programme zu planen und Materialien vorzubereiten, während der Mittwoch ganz der pädagogischen Arbeit direkt mit den Kindern gehörte. In der zweiten Woche wurde mein Einsatzplan noch intensiver, und ich konnte sogar an einer sozialen Aktion teilnehmen, bei der Kleidung und Spielzeug für bedürftige Familien sortiert und verteilt wurden. Dabei lernte ich, dass in Frankreich Kleidung oft nach Alter statt nach Größen sortiert wird, eine von vielen neuen Erfahrungen.

Die größte Herausforderung war anfangs die Sprache. In der Einrichtung wurde ausschließlich Französisch gesprochen. Meine Chefin motivierte mich von Beginn an, kein Englisch zu benutzen, was mich anfangs Überwindung kostete, aber meinen Lernprozess enorm beschleunigte. Ich stellte schnell fest, dass das Alltagsfranzösisch viel lebendiger und „abgekürzter“ ist als im Lehrbuch aus einem förmlichen „Je ne sais pas“ wurde schnell ein kurzes „Je sais pas“.

Auch kulturell gab es viel zu lernen: Die herzliche Begrüßung durch die „Küsse “ (Küsschen rechts und links) unter Freunden und Kollegen wurde für mich schnell zur Routine. Beeindruckt hat mich zudem die Höflichkeit im öffentlichen Leben. In Aix-en-Provence ist es Standard, dass jeder Fahrgast beim Einsteigen in den Bus „Bonjour“ sagt und sich beim Aussteigen mit einem „Merci, au revoir“ verabschiedet. Nachdem ich die ersten Tage noch etwas schüchtern war, gehörte ich bald fest dazu.

Während meines Aufenthalts wohnte ich bei einer Gastfamilie in Gardanne, einem idyllischen Ort zwischen Hügeln und Bergen, etwa eine Stunde mit dem Bus von meiner Arbeitsstelle entfernt. An den freien Tagen nutzte ich die Zeit, um Südfrankreich zu erkunden. Gemeinsam mit den anderen Praktikanten entdeckte ich die Spezialitäten von Aix-en-Provence, wie die berühmten Madeleines in verschiedensten Geschmacksrichtungen. Meine Reisen führten mich zudem nach Marseille an das Meer, nach Nizza und sogar nach Monaco, wo ich die beeindruckende Kulisse der Formel-1-Strecke sah.

Dieses Praktikum war eine prägende Erfahrung für mich. Ich habe gelernt, dass ich mich in einem fremden Land und in neuen Situationen gut zurechtfinde und dass man manchmal ein wenig streng sein muss, um sich bei einer Gruppe von Kindern durchzusetzen. Mein Ziel, Sicherheit im Sprechen zu gewinnen, habe ich definitiv erreicht. Ich blicke mit viel Selbstvertrauen auf diese zwei Wochen zurück und bedanke mich herzlich dafür, dass ich die Möglichkeit hatte dieses Praktikum zu absolvieren.